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      <titleStmt>
        <title>Autographen</title>
        <author>
          <persName>
            <forename>Oliver</forename>
            <surname>Matuschek</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <orgName corresp="https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=72" ref="d-nb.info/gnd/1047605287">Literaturarchiv Salzburg</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre
            for Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz </orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management
            System</orgName>
        </distributor>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0">Creative Commons
            BY</licence>
        </availability>
        <publisher>Literaturarchiv Salzburg</publisher>
        <idno type="PID">o:szd.thema.4</idno>
        <date when="2020-07-01">01.07.2020</date>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="gams.uni-graz.at/szd">Stefan Zweig Digitale Nachlassrekonstruktion</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Manfred</forename>
            <surname>Mittermayer</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Datenmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Christopher</forename>
            <surname>Pollin</surname>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <p>SZD Themenseite</p>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <projectDesc>
        <p> Das Projekt verfolgt das Ziel, den weltweit verstreuten Nachlass von Stefan Zweig im
          digitalen Raum zusammenzuführen und ihn einem literaturwissenschaftlich bzw.
          wissenschaftlich interessierten Publikum zu erschließen. In Zusammenarbeit mit dem
          Literaturarchiv der Universität Salzburg wird dabei, basierend auf dem dort vorhandenen
          Quellenmaterial, eine digitale Nachlassrekonstruktion des Bestandes generiert. So entsteht
          ein strukturierter Bestand an digitalen Objekten, der im Sinne der digitalen
          Langzeitarchivierung repräsentiert wird, und NutzerInnen orts- und zeitunabhängig
          zugänglich ist. Das Projekt ist so konzipiert, dass zu einem späteren Zeitpunkt
          Erschließung und Anreicherung des Quellenmaterials (z.B. digitalen Editionen) möglich
          werden.</p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <p xml:lang="de">Parallel zu seinem schriftstellerischen Werk baute <name>Stefan
            Zweig</name> eine umfassende Sammlung von Handschriften aus den Bereichen Literatur,
          Geschichte, Kunst und Musik auf, die zu den bedeutendsten seiner Epoche zählte. Bereits
          als Gymnasiast hatte er mit dem Sammeln von Autographen begonnen, wobei es sich zunächst
          vor allem um Unterschriften von Schauspielern und Opernsängern aus seiner Heimatstadt Wien
          handelte. Nach seinem Schulabschluss weitete Zweig die Sammlung kontinuierlich und mit
          wesentlich höheren Ansprüchen aus. Inzwischen hatte er seine Laufbahn als Schriftsteller
          begonnen und längst erkannt, was ihn an Manuskripten besonders reizte, nämlich das
          Unfertige, die Spuren der künstlerischen Arbeit und damit die Möglichkeit, den
          Entstehungsprozess eines literarischen oder musikalischen Werkes nachverfolgen zu können. </p>
        <p>In den kommenden Jahrzehnten investierte <name>Zweig</name> erhebliche Summen in den
          Ausbau seiner Sammlung, die für ihn wesentlich mehr als nur ein Hobby war. Sie begleitete
          ihn von der Schulzeit bis in die letzten Monate seines Lebens und bot oft genug
          Anregungen, sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Entsprechend deutlich spiegelt sich
            <name>Zweigs</name> Biographie in der Sammlung wider: Die Anfänge als junger Dichter,
          die kommerziellen Erfolge seiner Bücher, die bedeutende Ankäufe zulassen, und schließlich
          die Zeit als Exilant, der seinen materiellen Besitz verkleinert und sich auf das
          Wesentliche beschränkt. <figure>
            <graphic url="IMG.1"></graphic>
            <figDesc>
              <caption xml:lang="de">Der Titel eines der wichtigsten Beiträge <name>Stefan
                  Zweigs</name> zum Autographensammeln in seiner Handschrift</caption>
            </figDesc>
          </figure>
        </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <p>All the time while Stefan Zweig was working on his literary productions, he was equally
          busy building a wide-ranging personal collection of manuscripts from the fields of
          literature, history, art, and music, which soon counted among the most important of its
          age. He had begun collecting autographs at grammar school, mainly by chasing signatures of
          the actors and operatic singers of his native Vienna. After he had completed school, he
          continued to expand his collection, now aiming for a considerably higher standard.
          Meanwhile he had embarked on his career as a writer and had long discovered the special
          allure that manuscripts held for him: unfinished productions, they afforded a rare window
          into a literary or musical work in progress, allowing the reader to follow the artist’s
          trail and observe him at the very moment of creation.</p>
        <p>Over the next decades Zweig spent considerable sums on developing his collection, which
          was much more to him than a mere hobby: it was a companion to him from his school days up
          until the final months of his life, often providing the stimulus for investigating a new
          subject. Zweig’s collection, therefore, plainly mirrors his biography: first his
          beginnings as a young poet, then the commercial success of his books which allowed him to
          pursue costly acquisitions, and finally his last years in exile, when he shed most of his
          material belongings and confined himself to essentials.
          <figure>
            <graphic url="IMG.1"></graphic>
            <figDesc>
              <caption xml:lang="de">Der Titel eines der wichtigsten Beiträge <name>Stefan
                Zweigs</name> zum Autographensammeln in seiner Handschrift</caption>
            </figDesc>
          </figure>
        </p>
      </div>
      
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <head>
          <title style="uppercase">„SINN UND SCHÖNHEIT DER AUTOGRAPHEN“</title>
        </head>

        <p> Beim Aufbau seiner Sammlung legte Stefan Zweig einen deutlichen Schwerpunkt auf
          zeitgenössische Werke und Manuskripte von Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Es handelt
          sich dabei vor allem um deutschsprachige Texte, darunter die seinerzeit durch Vertonungen
          sehr bekannten Gedichte <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.749">Der gute
            Kamerad</ref> von <name>Ludwig Uhland</name> oder <name>Joseph von Eichendorffs</name>
          <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.150">In
            einem kühlen Grunde</ref>. Aber auch <name>Zweigs</name> Interesse an französischer
          Literatur und Geschichte ist bereits in der Frühzeit seiner Sammlung deutlich abzulesen.
          Das herausragendste Beispiel dieser Abteilung dürfte <name>Honoré de Balzacs</name> Roman
            <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.26">Une
            ténébreuse affaire</ref> sein, dessen Korrekturfahnen <name>Zweig</name> bereits 1914
          erwarb. Sie umfassen über 700 Seiten und enthalten zahllose handschriftliche Anmerkungen
          des Autors. </p>

        <p> In den 1920er-Jahren äußerte sich <name>Zweig</name> in Feuilletons und
          Fachzeitschriften häufiger zum Handschriftensammeln. Unter anderem schrieb er über <hi style="italic">Die Autographensammlung als Kunstwerk</hi> und die <hi style="italic">Psychologie des Autographensammelns</hi>. Im Beitrag <hi style="italic">Sinn und
            Schönheit der Autographen</hi> schildert er ausführlich, welche Bedeutung Manuskripte
          als „Schöpfungsdokumente“ für ihn hatten. Darüber hinaus spielte der Aspekt, besondere
          Zeugnisse des kulturellen Erbes bewahren zu wollen, bei der Anlage der Sammlung ebenso
          eine Rolle wie eine gewisse Reliquienverehrung. So ist es wenig verwunderlich, dass Zweig
          bei entsprechender Gelegenheit <name>Ludwig van Beethovens</name>
          <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.832">Schreibtisch</ref>,
          eine seiner <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.839">Violinen</ref> und weitere Gegenstände aus dem Besitz des Komponisten als
          Erinnerungsstücke von besonderem Rang erwarb. Sie können zum Umkreis der
          Autographensammlung gezählt werden, ebenso wie einige Handzeichnungen, darunter Blätter
          von <name>Leonardo da Vinci</name>, <name>William Blake</name> oder <name>Johann Wolfgang
            von Goethe</name>. <figure>
            <graphic url="IMG.2"></graphic>
            <figDesc>
              <caption xml:lang="de">Der 1929 erworbene Schreibtisch <name>Ludwig van
                  Beethovens</name> in <name>Zweigs</name> Salzburger Haus</caption>
            </figDesc>
          </figure>
        </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <head>
          <title style="uppercase">“The Meaning and Beauty of Autographs”</title>
        </head>

        <p>In building his collection, Stefan Zweig placed a clear emphasis on contemporary works
          and manuscripts by 19th century writers. The texts were mainly in German and included <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.749">Der gute
            Kamerad</ref> by Ludwig Uhland and Joseph von Eichendorffs <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.150">In einem
            kühlen Grunde</ref>, poems which were particularly well known for having been set to
          music. But Zweig’s interest in French literature and history is similarly in evidence from
          the very beginning: the pre-eminent item in this department is probably Honoré de Balzac’s
          novel <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.26">Une ténébreuse affaire</ref>, the galley proofs of which Zweig acquired as early as
          1914. Comprising more than 700 pages, they contain innumberable handwritten annotations by
          the author.</p>

        <p>Throughout the 1920s, Zweig repeatedly published features on manuscript collecting in
          newspapers and specialist journals, including such pieces as Die Autographensammlung als
          Kunstwerk (“The Autograph Collection as a Work of Art”) and Die Psychologie des
          Autographensammelns (“The Psychology of Collecting Autographs”). In his article Sinn und
          Schönheit der Autographen (“The Meaning and Beauty of Autographs”) Zweig gives an
          extensive account of the meaning that manuscripts had for him as “documents of creation”.
          Other aspects that informed the design of his collection were his wish to preserve
          outstanding documents of cultural heritage, and apparently also something akin to relic
          veneration. It is therefore little surprise that Zweig, when the opportunity presented
          itself, bought as distinguished mementoes Ludwig van Beethoven’s <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.832">writing desk</ref>, one
          of his <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.839">violins</ref>, and other objects formerly owned by the composer. These items may be
          counted among the addenda to his manuscript collection, as is true of several original
          drawings by such artists as Leonardo da Vinci, William Blake, or Johann Wolfgang von
          Goethe. <figure>
            <graphic url="IMG.2"></graphic>
            <figDesc>
              <caption xml:lang="en">Ludwig van Beethoven&apos;s desk in Zweig&apos;s Salzburg house, acquired
                in 1929</caption>
            </figDesc>
          </figure>
        </p>
      </div>
      
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <head>
          <title style="uppercase">AUKTIONEN UND GESCHENKE</title>
        </head>
        <p>Neuerwerbungen für die Sammlung fanden zum Großteil in Antiquariaten statt, die sich auf
          Autographen spezialisiert hatten. Wichtige Händler waren <name>Karl Ernst Henrici</name>
          und <name>Leo Liepmannssohn</name> in Berlin sowie <name>Charavay</name> in Paris. In
          späteren Jahren spielte auch das Auktionshaus Sotheby&apos;s in London eine bedeutende Rolle.
          Durch seine zahlreichen Reisen konnte Stefan Zweig den persönlichen Kontakt zu Händlern
          und anderen Sammlern pflegen und behielt die Übersicht auf dem Markt. Außerdem enthält
          seine Korrespondenz eine Vielzahl von Briefen, in denen er sich um Neuerwerbungen kümmert
          oder auch als Gutachter äußert. Bei den großen Auktionen war <name>Zweig</name> fast immer
          durch Agenten oder mit schriftlichen Angeboten vertreten und trat persönlich nur selten in
          Erscheinung, um die Preise durch seine Anwesenheit nicht unnötig in die Höhe zu treiben. </p>

        <p> Darüber hinaus war <name>Stefan Zweig</name> beim Ausbau seiner Sammlung auch mit
          direkten Anfragen bei zeitgenössischen Schriftstellern und Komponisten sehr erfolgreich.
          Unter anderem folgten <name>Hermann Hesse</name>, <name>Heinrich Mann</name>, <name>Hugo
            von Hofmannsthal</name> oder <name>Richard Strauss</name> seiner Bitte um
          Werkmanuskripte. Ab einem gewissen Zeitpunkt war Zweigs Sammlung in Schriftstellerkreisen
          so bekannt, dass ihm neue Autographen sogar unaufgefordert zugeschickt wurden, wie es
            <name>Thomas Mann</name> 1920 tat, als er ihm das Manuskript seiner Novelle <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.489">
            <hi style="italic">Die
              Hungernden</hi>
          </ref> schenkte. </p>
        <p> Zwar blieben die von <name>Zweig</name> meist als „Werkschriften“ bezeichneten
          Vorarbeiten von Texten stets im Mittelpunkt seines Interesses, doch waren
          selbstverständlich nicht von allen Autoren entsprechende Beispiele auf dem Markt
          verfügbar. Immer häufiger erwarb <name>Zweig</name> daher auch Reinschriften, um eine
          möglichst breite Übersicht über die Literatur zusammenzutragen. Und auch bei Briefen, die
          er ansonsten strikt aus seiner Sammlung auszuschließen versuchte, wurden Ausnahmen gemacht
          – vor allem dann, wenn es sich um Verfasser wie <name>Wolfgang Amadeus Mozart</name> oder
            <name>Ludwig van Beethoven</name> handelte. </p>

        <p> Ab dem Ende der 1920er-Jahre baute <name>Zweig</name> den Bereich der
          Musikhandschriften, der bis dahin eine eher untergeordnete Rolle gespielt hatte, erheblich
          aus. Auch auf diesem Gebiet gelangen ihm einige spektakuläre Ankäufe, darunter das Lied
            <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.936">An
            die Musik</ref> von <name>Franz Schubert</name>, von <name>Ludwig van Beethoven</name>
          Fragmente aus der Musik zu <name>Goethes</name>
          <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.821">Egmont</ref> sowie das Lied <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.824">Der
            Kuß</ref>. Von <name>Mozart</name> erwarb er unter anderem das Lied <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.907">Das
            Veilchen</ref>, eine Arie des Cherubino aus <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.908">Le nozze
            di Figaro</ref> und ein <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.916">handschriftliches Verzeichnis seiner Werke</ref>. </p>
        <p> Bei dieser breiten Anlage der Sammlung und <name>Zweigs</name> Bereitschaft, immer
          größere Summen zu investieren, war es nur konsequent, dass er auch von den meisten
          Persönlichkeiten, mit denen er sich in seinen literarischen und biographischen Studien
          beschäftigte, mindestens ein Autograph zu besitzen versuchte. <figure>
            <graphic url="IMG.3"></graphic>
            <figDesc>
              <caption xml:lang="de">Fragment einer Auflistung von Autographen aus <name>Stefan
                  Zweigs</name> Sammlung in seiner Handschrift</caption>
            </figDesc>
          </figure>
        </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <head>
          <title style="uppercase">Auctions and gifts</title>
        </head>
        <p>Most of Stefan Zweig’s acquisitions came from rare book sellers who specialized in
          autographs and manuscripts, such as Karl Ernst Henrici and Leo Liepmannssohn in Berlin or
          Charavay in Paris. In later years, Sotheby’s in London became an important source. His
          frequent travels allowed him to keep in personal touch with dealers and other collectors
          and to follow market developments. Also, his correspondence contains numerous letters in
          which he pursues new purchases or gives an expert opinion. At important auctions Zweig
          nearly almost chose to be represented by an agent or placed absentee bids in advance, lest
          he drive prices up by attending in person.</p>

        <p>Yet Stefan Zweig also was highly successful in soliciting items for his collection by
          applying directly to contemporary writers and composers. Hermann Hesse, Heinrich Mann,
          Hugo von Hofmannsthal, and Richard Strauss were among the artists who responded to his
          requests for working manuscripts. Eventually, Zweig’s collection became so well known
          among writers that they would send him new autographs unprompted, as did Thomas Mann in
          1920 when he gifted Zweig with the manuscript for his novella, <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.489">
            <hi style="italic">Die
              Hungernden</hi>
          </ref> (“Hungry Souls”).</p>
        <p>While such working drafts, or “Werkschriften”, as he called them, remained the focus of
          Zweig’s interest, it is clear that relevant examples from many writers would not be
          available on the market. With increasing frequency Zweig would therefore also buy fair
          copies, so as to achieve as comprehensive an overview of literature as possible. And
          although he tried strictly to exclude letters from his collection, certain exceptions were
          made – especially if the writer were Wolfgang Amadeus Mozart or Ludwig van Beethoven. </p>

        <p>From the late 1920s onwards, Zweig considerably expanded the section of music
          manuscripts, which had previously played a fairly minor role. In this field, as well, he
          succeeded in making several spectacular acquisitions, including Franz Schubert’s song <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.936">An die
            Musik</ref> (“To Music”) and, by Ludwig van Beethoven, fragments of his music for
          Goethe’s <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.821">Egmont</ref> and the song <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.824">Der     
       Kuß</ref> (“The Kiss”). Among his pieces by Mozart were the song <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.907">Das
            Veilchen</ref> (“The Violet”), one of Cherubino’s arias from <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.908">Le nozze
            di Figaro</ref> and a <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.916">handwritten list of his works</ref>.</p>
        <p>Considering how broadly Zweig had conceived his collection and how willingly he spent
          ever-increasing sums on it, it is only reasonable that he tried to own at least one
          autograph by most of the historical personalities whose lives he investigated in his
          literary and biographical studies. <figure>
            <graphic url="IMG.3"></graphic>
            <figDesc>
              <caption xml:lang="en">Fragment of a listing of autographs from Stefan Zweig&apos;s
                collection in his handwriting</caption>
            </figDesc>
          </figure>
        </p>
      </div>
      
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <head>
          <title style="uppercase">DER GEPLANTE SAMMLUNGSKATALOG</title>
        </head>
        <p> Mit wachsender Bedeutung seiner Sammlung dachte <name>Stefan Zweig</name> Ende der
          1920er-Jahre über die Veröffentlichung eines gedruckten Katalogs nach, der als besondere
          Ausstattung farbige Faksimiles der wichtigsten Stücke enthalten sollte. Als
          Erscheinungstermin war der 28. November 1931 vorgesehen, an dem <name>Zweig</name> seinen
          fünfzigsten Geburtstag feiern würde. Nach der Weltwirtschaftskrise des Jahres 1929
          entschloss er sich jedoch, den Katalog zurückzuhalten. Als Begründung führte
            <name>Zweig</name> an, seinen kostbaren Besitz der Öffentlichkeit nicht gerade in diesem
          Moment präsentieren zu wollen. Hinzu kam die Befürchtung, dass die Sammlung wegen ihrer
          Bedeutung unter staatlichen Schutz gestellt werden könnte, was Verkäufe, Tauschgeschäfte
          oder auch den Transport ins Ausland unmöglich gemacht hätte. Die Arbeiten am Katalog
          wurden schließlich ganz eingestellt und das Manuskript ist seitdem verschollen. Doch auch
          ohne darauf zurückgreifen zu können, lassen sich große Teile des früheren
          Sammlungsbestands rekonstruieren, da neben den Autographen auch Umschläge und Karteikarten
          erhalten geblieben sind, auf denen <name>Zweig</name> Beschreibungen des jeweiligen
          Manuskripts und seiner Geschichte eingetragen hat. Mit Hilfe dieser Unterlagen lassen sich
          zudem zahlreiche Sammlungsstücke nachweisen, von denen <name>Zweig</name> sich im Lauf der
          Jahre wieder getrennt hatte. </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <head>
          <title style="uppercase">The projected collection catalogue</title>
        </head>
        <p>As his collection grew in importance, Stefan Zweig near the end of the 1920s aimed to
          publish a printed catalogue which was even to contain full-colour facsimiles of the
          principal items. It was projected to appear on 28 November 1931, Zweig’s fiftieth
          birthday. However, with the onset of the Great Depression in 1929, Zweig decided to hold
          off the catalogue, stating that he did not wish to present his treasures to the public at
          such a time. He also feared that the Austrian government might place his collection under
          protection as cultural property, which would make it impossible for him to to sell, trade,
          or even ship it abroad. Ultimately, work on the catalogue was abandoned, and the draft is
          considered lost. Yet even without recourse to it, large parts of the collection’s former
          contents can be reconstructed not only from the autographs themselves, but also from
          surviving folders and record cards on which Zweig noted descriptions of the various
          manuscripts and their history. With the help of these documents it is possible to
          ascertain numerous items which Zweig had owned at some point but which he had later chosen
          to part with. </p>
      </div>
      
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <head>
          <title style="uppercase">TEILAUFLÖSUNG DER SAMMLUNG</title>
        </head>

        <p> Mitte der 1930er-Jahre fasste <name>Stefan Zweig</name> den Entschluss, seinen
          Salzburger Haushalt aufzulösen und sich dauerhaft in London niederzulassen. Von den Folgen
          dieser Entscheidung, die schließlich der erste Schritt auf den Weg in das Exil werden
          sollte, war neben Zweigs <ref target="https://stefanzweig.digital/o:szd.thema.3" type="issue">Bibliothek</ref> auch die Autographensammlung ganz erheblich betroffen. In
          beiden Fällen trennte sich <name>Zweig</name> vom größten Teil des Bestands und gab ihn in
          den Handel. Während dies bei der Bibliothek kaum dokumentiert geschah, wandte sich
            <name>Zweig</name> bei den Autographen an das noch junge Antiquariat <name>Heinrich
            Hinterberger</name> in Wien, das im Frühjahr 1936 in seinem Verkaufskatalog IX „Eine
          berühmte Sammlung repräsentativer Handschriften“ anbot. Dieser Band enthielt mit 304
          Katalognummern etwa ein Drittel der Autographen aus der Sammlung Zweig, ohne dass dessen
          Name darin genannt wurde. Statt zu einem Einzelverkauf der Stücke kam es unerwarteterweise
          zur Übernahme des beinahe kompletten Angebots durch den Schweizer Bibliophilen
            <name>Martin Bodmer</name> aus Zürich, der zusätzlich alle fremdsprachigen Autographen
          erwarb, von denen Zweig sich trennen wollte. Dieser Bestand befindet sich heute in der
            <name ref="#SZDSTA.4" type="location">Fondation Martin Bodmer</name> in Cologny-Genève.
          Nur ein sehr geringer Teil von <name>Hinterbergers</name> Angebot ging an andere Käufer
          über. </p>

        <p> Ein weiteres Konvolut von Autographen übergab <name>Zweig</name> im November 1937 zum
          Ausgleich von Steuerforderungen an die damalige Theatersammlung der Nationalbibliothek in
          Wien, das heutige <name ref="#SZDSTA.23" type="location">Theatermuseum</name>. Ein
          besonderes Stück dieser Schenkung ist eine Seite aus <name>Franz Kafkas</name> Roman <ref style="italic" target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.388">Amerika</ref> (beziehungsweise <hi style="italic">Der Verschollene</hi>), die
            <name>Zweig</name> als Geschenk von <name>Max Brod</name> erhalten hatte. Weitere
          Handschriften überließ Zweig der Vorgängerinstitution der <name ref="#SZDSTA.3" type="location">National Library of Israel</name> in Jerusalem. Dorthin schenkte er bei
          der Auflösung seines Salzburger Haushalts auch einen Großteil der bei ihm eingegangenen
          Korrespondenz bedeutender Zeitgenossen, die gewissermaßen eine weitere
          Handschriftensammlung darstellten. Schließlich trennte er sich noch von über 4000
          gedruckten Auktions- und Handelskatalogen, die er als Handbibliothek zusammengestellt
          hatte und nun an <name>Heinrich Hinterberger</name> übergab. Einzelne Bände hieraus sind
          bereits im <ref target="https://stefanzweig.digital/o:szd.bibliothek/sdef:TEI/get?locale=de">Katalog der
            Bibliothek</ref> auf STEFAN ZWEIG DIGITAL verzeichnet. </p>

        <p> Damit blieben noch rund 150 Autographen in <name>Zweigs</name> Besitz. Da er mit der
          Verkleinerung der Bestände das Sammeln nicht aufgegeben hatte, kamen in seiner Exilzeit in
          London weitere außergewöhnliche Stücke hinzu, darunter zwei Handschriften <name>Georg
            Friedrich Händels</name>, die auf dem freien Markt ausgesprochen selten sind. Gut 200
          Autographen besaß <name>Zweig</name>, als er Europa im Sommer 1940 verließ und zunächst in
          die USA und schließlich nach Brasilien ging. Nur einige wenige Stücke hatte er nach
          Amerika mitgenommen, der größte Teil der Sammlung befand sich im Safe einer Londoner Bank.
            <ref target="http://stefanzweig.digital/o:szd.autographen#SZDAUT.28">Ein Autograph
            Honoré de Balzacs</ref>, an dessen Biographie Zweig bis kurz vor seinem Tod arbeitete,
          überreichte er der Nationalbibliothek in Rio de Janeiro. Nahezu alle übrigen Stücke
          gelangten über seine Erben als Schenkung an die <name ref="#SZDSTA.5" type="location">British Library</name> in London. </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <head>
          <title style="uppercase">Dissolving the collection</title>
        </head>

        <p>In the mid 1930s Stefan Zweig decided to abandon his household in Salzburg and to settle
          in London. This decision, which was to be his first step into exile, had far-reaching
          consequences not only for Zweig’s extensive <ref target="https://stefanzweig.digital/o:szd.thema.3/sdef:TEI/get?locale=en">library</ref>,
          but also for his manuscripts. Zweig divested himself of most of both collections, handing
          them over to the trade. While there is little documentation available concerning his
          library, researchers are luckier in the case of his autographs: for these, Zweig
          approached the then fairly recently-established Viennese dealer Heinrich Hinterberger, who
          in the spring of 1936 offered in his sales catalogue IX, “A Famous Collection of
          Prestigious Manuscripts”. Nowhere mentioning his name, this volume of 304 catalogued items
          contained about a third of the autographs from the collection of Stefan Zweig.
          Unexpectedly, the pieces were not dispersed: instead, the Swiss bibliophile Martin Bodmer
          from Zurich took over nearly the entire inventory en bloc, also buying all
          foreign-language items with which Zweig wished to part. This material is today kept at the
            <name ref="#SZDSTA.4" type="location">Fondation Martin Bodmer</name> in Cologny-Genève.
          Only a very small fraction of Hinterberger’s catalogue offers went to other buyers.</p>

        <p>To offset tax demands, Zweig in November 1937 presented another set of autographs to what
          was then the Theatre Collections of the Austrian National Library (now the <name ref="#SZDSTA.23" type="location">Theatermuseum</name>). An outstanding item among this
          endowment is a single page from Franz Kafka’s novel <ref target="https://stefanzweig.digital/o:szd.autographen/sdef:TEI/get?locale=en#SZDAUT.388">Amerika</ref> (also known as Der Verschollene/The Man Who Disappeared), which Zweig had
          received as a gift from Max Brod. Zweig left additional manuscripts to the predecessor
          institution of the <name ref="#SZDSTA.3" type="location">National Library of Israel</name>
          in Jerusalem. When he gave up his home in Salzburg, he gifted the same library with the
          majority of the correspondence he had received from important contemporaries, in a sense a
          separate manuscript collection in its own right. Finally, he parted with the more than
          4,000 printed auction and trade catalogues which he had assembled as a reference library,
          transferring them to Heinrich Hinterberger. Individual volumes from this corpus are
          already recorded within the <ref target="https://stefanzweig.digital/o:szd.bibliothek/sdef:TEI/get?locale=en">catalogue
            of Stefan Zweig’s library</ref> on STEFAN ZWEIG DIGITAL.</p>

        <p>This left Zweig with some 150 autographs. In spite of his downsizing he had never given
          up buying, and thus even during his exile in London he was able to add to his collection
          several exceptional pieces, including two manuscripts by George Frideric Handel,
          exceedingly rare in the trade. When Zweig left Europe for the USA and ultimately Brazil in
          the summer of 1940, he owned at least 200 autographs. Only a very few pieces did he take
          with him to America, while the body of his collection remained in a safe deposit box in a
          London bank. <ref target="https://stefanzweig.digital/o:szd.autographen/sdef:TEI/get?locale=en#SZDAUT.28">&quot;&gt;An autograph of Honoré de Balzac</ref>, on whose biography Zweig worked until shortly
          before his death, he presented to the National Library in Rio de Janeiro. Nearly all other
          pieces were later gifted to the <name ref="#SZDSTA.5" type="location">British
            Library</name> in London by Zweig’s heirs.</p>
      </div>
      
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <head>
          <title style="uppercase">DIE AUTOGRAPHENSAMMLUNG BEI STEFAN ZWEIG DIGITAL</title>
        </head>
        <p> Rund 1000 Autographen aus <name>Stefan Zweigs</name> früherer Sammlung lassen sich heute
          noch mit Sicherheit nachweisen. STEFAN ZWEIG DIGITAL verzeichnet dabei nur jene Stücke,
          die sich entweder in <name>Zweigs</name> Nachlass befanden, nachweislich bei der Auflösung
          der Sammlung abgegeben wurden oder auf den erhaltenen Listen, Mappen und Karteikarten
          registriert sind. Handschriften, die ohne genauere Angaben in Briefen erwähnt werden und
          deren Besitz nicht durch weitere Quellen belegt ist, wurden nicht in das Verzeichnis
          aufgenommen. Dennoch dürfte hier der weitaus größte Teil von <name>Zweigs</name> Sammlung
          zusammengestellt sein. </p>
        <p> Die Einträge auf STEFAN ZWEIG DIGITAL enthalten die wichtigsten Angaben zu jedem Stück
          und in vielen Fällen Links zu kompletten Digitalisaten auf den Seiten der besitzenden
          Institutionen. Umfassendere Informationen und Quellenangaben bietet der 2005 erschienene
          gedruckte Katalog der Sammlung Zweig, in dem auch seine Aufsätze zum Autographensammeln
          und eine ausführliche Geschichte der Sammlung enthalten sind. Um das Auffinden der Stücke
          zu erleichtern, ist bei jedem Eintrag auf STEFAN ZWEIG DIGITAL als Referenz die jeweilige
          Nummer aus dem gedruckten Katalog angegeben. </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <head>
          <title style="uppercase">The autograph collection on STEFAN ZWEIG DIGITAL </title>
        </head>
        <p>About 1,000 autographs from Stefan Zweig’s former collection can be verified today.
          STEFAN ZWEIG DIGITAL records only such items as either were among Zweig’s estate, are
          known to have been given away when he dispersed his collection, or can be inferred from
          the extant lists, folders, and index cards. Manuscripts merely mentioned but not clearly
          identified in letters or which lack sufficient documentation from other sources have not
          been included. Nevertheless, the vast majority of Stefan Zweig’s collection may be assumed
          to be compiled here.</p>
        <p>The records on STEFAN ZWEIG DIGITAL contain essential information for each individual
          item and in many cases also hyperlinks to digital images hosted on the various holding
          institutions’ websites. More extensive information and source references are to be found
          in the printed catalogue of Stefan Zweig’s collection, published in 2005, which also
          reprints his essays on collecting autographs and contains a detailed history of the
          collection. For easy reference, every record on STEFAN ZWEIG DIGITAL also states the
          respective item number in the printed catalogue.</p>
      </div>
      
      <div type="col-1" xml:lang="de">
        <p>
          <hi style="italic">„Ich kenne den Zauber der Schrift“<lb></lb> Katalog und Geschichte der
            Autographensammlung Stefan Zweig</hi>,<lb></lb> mit kommentiertem Abdruck von Stefan Zweigs
          Aufsätzen<lb></lb> über das Sammeln von Handschriften<lb></lb> Bearbeitet von Oliver
          Matuschek<lb></lb> Antiquariat Inlibris, Wien 2005<lb></lb> ISBN 978-3-9501809-1-6 </p>
        <p>
          <ref target="https://inlibris.at/produkt/bn14143/">Weitere Informationen zum Buch</ref>
        </p>
      </div>
      <div type="col-1" xml:lang="en">
        <p>
          <hi style="italic">„Ich kenne den Zauber der Schrift“<lb></lb> Katalog und Geschichte der
            Autographensammlung Stefan Zweig</hi>,<lb></lb> mit kommentiertem Abdruck von Stefan Zweigs
          Aufsätzen<lb></lb> über das Sammeln von Handschriften<lb></lb> Compiled by Oliver Matuschek<lb></lb>
          Antiquariat Inlibris, Wien 2005<lb></lb> ISBN 978-3-9501809-1-6 </p>
        <p>
          <ref target="https://inlibris.at/produkt/bn14143/">More information about the book</ref>
        </p>
      </div>
    </body>
  </text>
  <facsimile>
    <graphic mimeType="image/jpeg" url="file:///TITELBILD.jpg" xml:id="TITELBILD"></graphic>
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    <graphic mimeType="image/jpeg" url="file:///abb_3.png" xml:id="IMG.3"></graphic>
  </facsimile>
</TEI>
